Hintergrund der Aktion

Ronja Fuhr

Was ist passiert:

Der 18. August sollte eigentlich einer meiner glücklichsten Tage meines Lebens werden. Nachts um ca. 1 Uhr ist unsere grosse Tochter wach geworden. Meine Frau und ich stehen gleichzeitig auf um unsere Tochter wieder zum schlafen zu bringen. In dem Augenblick platzt bei meiner Frau die Fruchtblase. Eigentlich hatten wir einen geplanten Kaiserschnitt für den 19. August geplant, da Ronja mit Beckenendlage im Bauch lag. Also Hebamme anrufen und ab ins Krankenhaus. Um 2.50 Uhr kam dann unsere 2. Tochter Ronja zur Welt. So gegen 3:10 Uhr hatte ich Sie dann das erste Mal im Arm. Gegen 5:30 Uhr musste ich dann wieder nach Hause um unsere andere Tochter ins Bett zu bringen. Sie wollte bei Oma und Opa nicht mehr schlafen, den Sie ist ja nun eine “grosse” Schwester.

Gegen 6:30 Uhr ruft mich völligst verzweifelt meine Frau an. “Andy unsere Tochter ist weg. Sie hat keine Luft bekommen und ist Blau angelaufen. Sie ist nach Fürth geliefert worden”. Sofort habe ich mich auf den Weg wieder in die Klinik nach Neustadt/Aisch gemacht um meine Frau zu beruhigen und um mehr über den Verbleib meiner Tochter herauszubekommen. Sandra war durch den Notkaiserschnitt kaum in der Lage dazu.

Im Krankenhaus hat man mir erzählt, das Ronja Blau angelaufen ist und man Sie aus Sicherheitsgründen nach Fürth überwiesen hat. Also bin ich sofort dort hin gefahren um meine Tochter zu suchen. Gegen 8:30 Uhr habe ich Sie dann gefunden. Sie lag bereits im Inkubator und wurde mit 40%igen Sauerstoff beartmet. Die Kinderkrankenschwester erklärte mir, daß trotzdem die Blutsauerstoffsättigung nicht so gut aus sieht. Man hat den Verdacht daß unser Kind einen Herzfehler hat. Dies muß aber in Erlangen überprüft werden. Ein Termin für Ronja um 10 Uhr und einen Krankenwagentransport um 9:30 Uhr wurde schon organisiert. Viel mehr Informationen konnte und wollte mir bis hierhin niemand machen.

Ronja in Fürth

Als um 9:30 Uhr der Babytransport da war, wurde ich noch unruhiger. Diese vielen Maschinen. Was passiert mit meiner Tochter. Man erklärte mir dann, daß ich doch schon mal losfahren sollte. Man würde mich bestimmt auf der Autobahn überholen. Und so war es auch. Kurz vor Erlangen, fuhr meine Tochter mit Blaulicht an mir vorbei. Was für ein Gefühlschaos.

In der Kinderklinik wurde ich bereits erwartet. Man hatte sich unsere Tochter schon angeschaut. Nun erklärte man mir das unsere Tochter einen “schweren Herzfehler” genannt TGA oder auch Transposition der grossen Aterien hat. Dieser Herzfehler ist nicht mit dem Leben vereinbar und muß in den nächsten Tagen operiert werden.

TGA1

Was nun folgte waren die schlimmsten Wochen unseres Lebens für uns. Allein die vielen Aufklärungsgespräche (welche natürlich notwendig sind), die Wochen auf der Intensiv, die Wartezeit während der Operation (8 Stunden) haben uns an unsere Grenzen gebracht. Aber wir mussten an unsere Grenzen gehen um dies zu überstehen.

Heute realisieren wir erst was alles hinter uns liegt. Auch wie sehr uns in dieser schweren Zeit geholfen worden ist. Vielen Dank an unsere Familien, Freunde und Bekannte. Ebenso an die Ronald-MC-Donald Oase. Besonders bei Ines Rauschmaier, die Leitern dieser kraftschöpfenden Oase und nicht zu vergessen allen Ärzten (u.a. OA Dr. Martin Glöckler, OA Dr. Zink), Professoren (Prof. Dr. Dittrich und Prof. Dr. Cesnjevar), Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenschwestern-Schülern. Ohne Euch/Sie hätte unsere Tochter dies nicht überlebt und wir haben durch Euch/Sie immer wieder neue Hoffnung schöpfen können. 

Vielen Dank nochmal dafür!!!!