Ironman Mont-Tremblant 2014

Es ist vollbracht. Am 17. August 2014 habe ich meine Zweite Langdistanz im Triathlon und meinen Ersten Ironman absolviert. Und zwar nicht irgend einen, sondern den IronMan in Mont-Tremblant für die Nord Amerikanische Meisterschaft.

Aber nun mal von Anfang an. Ich hatte mich für diese Verantstaltung 1 Woche vor unserer Abreise nach Amerika angemeldet, da ich davon ausgegangen war, dass ich hier in Amerika mehr Zeit zum trainieren bekomme und ich sowieso ein Ziel brauche damit ich nicht völligst wieder bei dem mir doch sehr verführerischen Fastfood auseinander gehe.

Wie einige meiner Freunde wissen, hat es leider nicht so ganz funktioniert. Aber gebucht ist gebucht! Also entschied ich mich trotz nicht optimaler Vorbereitung nach Kanada aufzumachen. Und ich kann jetzt schon sagen es gibt gegenüber der Challenge in Roth (wo ich 2011 meine Erste Langdistanz erfolgreich abgeschlossen habe) einige Unterschiede. Nicht nur das man bereits bis Freitag 16 Uhr seine Unterlagen abgeholt haben muß, sonst darf man nicht starten, sondern das man auch bei der Startunterlagen Abholung auch gewogen wird. :-)

Also ging es bereits Freitag früh um 4 Uhr auf die Reise um sicher zu sein nicht zu spät zu kommen. Auf der ca. 8 Stunden Autofahrt konnte ich mir dann noch viele Gedanken machen, was ich überhaupt in Kanada möchte. Dieses Gefühl wurde nicht besser als ich in Mont-Tremblant angekommen war. Ich wusste ja das es in einer Skiregion ist. Aber die Berge sehen dann doch noch etwas bedrohlicher aus. Mann, wie will ich den Radteil nur überleben.  Nach einer kurzen Wartezeit um alle Formularitäten zu erledigen (Wiegen, falls man zu viel Flüssigkeit beim Rennen verliert) hatte ich meine Startnummer. Es gab kein Zurück mehr. Ach so als Randnotiz. Für die Top 3 bzgl. Gewicht gibt es leider kein Preis. :-)

 

Den Freitag nutzte ich dann noch um die Gegend etwas kennen zu lernen und die einzelnen Sportbereiche (Schwimmstart, Rad und Laufstrecke) etwas zu studieren.

 

 

Samstag war dann dafür vorgesehen sich wirklich soweit neben der Nervösität überhaupt möglich zu entspannen und sein Equipment für den Sonntag abzugeben. Es regnete teilweise in Strömen. Hoffentlich wird der Sonntag besser.

 

Sonntag, den 17. August 2014. Es war soweit. Lt. der Besprechung am Freitag sollten wir um ca. 4:30 Uhr in der Stadt sein, da ab dann alle Strassen gesperrt sind. Also war meine Nacht um 3 Uhr beendet. Aber wer sowas schon mal mitgemacht hat, weiß das die letzte Nacht sowieso nicht so toll ist. Die Aufregung steigt nun minütlich. Schaffe ich das? Soll ich nicht lieber doch nicht starten? Gott sei Dank hat es aufgehört zu regnen. Also nochmal zum Rad um es für den kleinen Rad Ausflug fertig zu machen. Danach mit meinen ca. 2.600 Mitstreitern zum See. Die Aufregung ist fast nicht mehr ertragbar. Jetzt war es soweit. Die Sache nur langsam angehen und soweit wie möglich geniessen. Und ich kann schon mal vorweg nehmen, es sollte ein ganz toller Tag werden.

 

 

Kurz nach dem Start der Profis begab ich mich zum einschwimmen ins Wasser. Bei ca. 16 Grad Wassertremperatur ging es ins Wasser. Schnell stellte ich fest, daß ich mich heute im Wasser sehr gut fühlte. Um 6.48 Ortszeit wurde unsere Welle auf den Weg geschickt.

Mit einem kurzen “I can´t hear you” verabschiedete ich mich von den Zuschauern und stürzte mich ins Wasser. Nach ca. 300 Metern fand ich einen Mitstreiter der in etwa mein Tempo hatte. Ich beschloss keine unnötige Energie zu verbrauchen und blieb bis zum Ende des Schwimmteils in seinem “Windschatten”. Nach 1:23 Stunden war der erste Teil abgeschlossen. Nun ging es aufs Rad. Das Wetter zu diesem Zeitpunkt war noch sehr kalt und windig.  Kurz nach der Wechselzone geht es dann den ersten kleinen Hügel hoch. Im Laufe der ersten Runde bemerkte ich das meine Herzfrequenz sehr konstant blieb und meine Radzeit wesentlich besser aussah als ich geplant hatte. Aber es sollte neben den von mir vorher besuchten Hügeln noch eine “wahnsinnige” Überraschung am Ende der Radrunde auf mich warten. Nach 70 Kilometern jeder Radrunde geht es vom Ziel und Wechselbereich noch einmal auf einen kleinen Abstecher. 9 Kilometer teilweise sehr steil hoch und die 9 Kilometer in teilweise “Geschwindigkeitsrausch” wieder nach unten. Auf der zweiten Radrunde war der Aufstieg schon sehr schwierig. Aber man konnte sich dann wenigstens auf die Abfahrt freuen. Nach 6:47 Stunden war dann auch der Radteil erledigt. Mit einem “wunderbaren” Gefühl gab ich mein Rad bei den Helfern ab. Jetzt wusste ich daß ich es schaffen werde!! Nun durfte die Party beginnen.

Ich hatte meiner Frau versprochen nach dem Radteil es sehr langsam auf den Marathon anzugehen. Und versprochen ist versprochen. :-) Nach einem halben Kilometer lieh ich mir erst mal ein Handy um Daheim Bescheid zu geben, daß alles in Ordnung ist und ich jetzt erst mal Walken gehe. Im Abstand von ca. 2 Kilometern gab es eine Versorgungsstation. Durch genügend “Hühnerbrühe, Iso und Bananen” fühlte ich mich sehr gut. Ebenfalls hatte ich zu keinem Augenblick auch nur einen Krampf. Ich fühlte mich sehr gut. Also beschloss ich auf den Bereichen wo es nicht hoch ging langsam zu joggen. An jeder Versorgungsstation bedankte ich mich dann auch bei allen Helfern. Ohne diese vielen Helfern ist eine solche Veranstaltung nicht möglich. Die Helfer sind auch mit ein Schlüssel für die tolle Athmosphäre einer Veranstaltung für einen Triathlon. Sieh unterstützen Dich mit so einer Hingabe, daß es ein tolles Gefühl ist, bei sowas dabei zu sein. DANKE AN ALLE HELFER!!! Ihr habt mich durch diesen IRONMAN getragen!!!

Auf der zweiten Laufrunde wurde mir auch immer klarer daß ich mein Ziel von 15 Stunden schaffen werde. Jeder Kilometer weniger auf der Uhr sorgte für immer mehr Gefühlsausbrüche in mir. Die letzten 5 Kilometer waren dann teilweise sehr emontional. Ca 500 Meter vor der Ziellinie ist die Laufstrecke abgesperrt und immer mehr Zuschauer feuern Dich an. Mit LaOla und lautem Geschrei life ich Richtung Finish. Und dann hörte ich es! “And here comes from Germany Andreas Fuhr! Andreas you are an Ironman!!! Mit einem grossen Sprung überquerte ich “mein Ziel”. 14:33:24 Stand auf der Uhr. Ich hatte es geschafft. Es war überwältigend!

 

Hier findet Ihr nochmal alle Ergebnisse vom Ironman in Mont-Tremblant.

 

 

Vielen Dank an Alle die an mich geglaubt und mich unterstützt haben. Für den nächsten Ironman bin ich bereits angemeldet. 2015 werde ich in Lake Placid starten. Und versprochen ich werde einiges Fitter sein!

Mit sportlichen Grüssen

Euer Andy aus Amerika

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